Vehlefanz: Zwischen Angler und (un)berührter Natur

Vehlefanz: Zwischen Angler und (un)berührter Natur

Ob es mittlerweile auffiel, das die meisten Orte die ich bisweilen besuchte, sich im Bereich „Berlin ABC“ befanden? Das lag daran, das meine Monatstickets für die Bahn nur diese Gebiet umfassten und es sich erst ab Oktober ändern könnte. Dann beginnt mein Studium. Neben Berlin und Brandenburg, steht mir ab da an auch Dresden für einen Besuch zur Verfügung.

Doch um irgendwelche Tickets mag es heute nicht gehen. Der Ort Vehlefanz steht im Mittelpunkt und ich muss vorab sagen: Ein Besuch lohnt sich! Zumindest für diejenigen, die kein Problem damit haben, gefühlt alle drei Meter einen Angler anzutreffen. Was mich selbst erst verwundert hatte, da laut einem Wiki-Beitrag die künstlich angelegten Gewässer belastet seien und ein erfrischendes Eintauchen ins kühle Nass nicht gerade eine Empfehlung im Artikel bekam. Mit dieser Information im Hinterkopf war die schiere Zahl an Angler umso überraschender. Zu den Motiven die dort eingefangen werden könnten, zählen unter anderem diverse Insekten von verschiedenen Farben. Allen voran Libellen die – wie immer – sehr scheu waren. Daher meine klare Empfehlung sich für Makro-Aufnahmen eine Brennweite über 150 mm einzupacken. Sie fanden sich überwiegend an freigelegten Anglerplätzen und wer vorsichtig genug ist, der kann sich vielleicht ein zufriedenstellendes Motiv einfangen.

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Auch gefiederte Motive könnt ihr dort finden und es bedarf auch hier wieder einer hohen Brennweite von 300 mm oder mehr. Leider hatte ich zum Zeitpunkt eine solche Brennweite nicht dabei, da mit das 500 mm Objektiv eine Zeit lang schlicht zu schwer war. Diese Denkweise muss ich mittlerweile ändern und werde versuchen, es öfter mit mir zu führen. Die Flächen dort sind weitläufig, wenn ihr euch nicht gerade in Nähe vom Wasser oder diverser kleiner Waldflächen aufhaltet. Somit gibt es auch viel Gestaltungsspielraum unzählige Motive von ihrem Hintergrund freizustellen und Offenblende zu benutzen. Viele Schatten gab es nicht und Licht stand mir an einem gewöhnlichen, leicht bewölkten Tag absolut ausreichend zur Verfügung. Hier sei am Rande vermerkt, das ich viele Spuren vom Vatertag dort ausfindig machen konnte und zum Teil dokumentiert hatte. Womit ich auch gleich zum Punkt „Sauberkeit“ kommen möchte. Im direkten Vergleich zum Biesentahler Becken, so wie es mir bisher bekannt ist, gehört die Fläche rund um den Mühlensee bei Vehlefanz eher zum typischen Bild wie man es vom Umland Berlin gewohnt sein mag. Eine absolute Sauberkeit der natürlichen Flächen fehlt. Sich in Angst zu winden, bei der nächsten Weggabelung vom Müllmonster gefressen zu werden, wäre jedoch auch Fehl am Platz. Am besten es wird sich selbst ein Eindruck davon gemacht. Die tierischen Bewohner zumindest lassen sich nicht stören. Weder von Fahrzeuge, noch von Menschen oder besagten „mülligen“ Überbleibseln menschlicher Schaffenskraft.

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Was ich ebenfalls nicht unvermerkt lassen möchte ist die Tatsache, das ein Rundweg um den Mühlensee herum keine Empfehlung von mir bekommt. Zum einen darf für ein Großteil dieser Weg auf einer Straße beschritten werden und zum anderen Teil kommt ihr an viele, durchaus schöne Ecken vorbei und bevor ihr den Gedanken fasst: „Da könnte ich mich positionieren! Das sieht einladend aus!“ knallt euch ein Schild entgegen mit eindeutiger Beschriftung. Die Art von Beschriftung, die mich schon so oft wütend werden ließ, wie sie so inflationär die Natur beansprucht und Dokumentationen erschwert oder gar unmöglich macht: „Privat! GEH WEG! Das ist alles meins! Das auch! Das hier auch! Privat! PRIVAT! PRIVAT!!!“

Ohne zu scherzen, es war wirklich unglaublich viel Raum auf der gegenüberliegenden Seite vom Gewässer von Vehlefanz aus gesehen, mit diversen Schildern gespickt. Diese Schilder machten einem unmissverständlich klar, wer hier das nötige Kleingeld hat, die Zugänge zum Gewässer oder zur Natur allgemein, abzusperren. Diverse große, teure Fahrzeuge und mehrstöckige Einfamilienhütten zierten die andere Seite vom Gewässer. Schön! Echt wunderbar.

Daher spart euch diesen Weg und bleibt auf der Hälfte unterwegs, die ihr via Vehlefanz unmittelbar erreichen könnt und begebt euch dort auf die Suche nach bleibenden Aufnahmen. Wer ein aufmerksames Auge besitzt und die nötige Geduld mitbringt, wird dann zum Entdecker und weiß: „Auch Brandenburg kann schön sein.“ Das habe ich selbst nur zu selten geglaubt.

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In diesem Sinne wünsch ich Gutes Licht und vielleicht sieht man sich auch mal auf Tour.

Euer Kevin.

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