[Photo] Mein kleiner Krieg mit der Peoplephotographie

“Der Mensch ist, zusammengefasst, Farbe und Leinwand gleichermaßen.”

Somit wohl auch unbestreitbar Teil eines künstlerischen Ausdrucks. Warum ich mich auf einen kleinen “Kriegspfad” mit der Peoplephotographie befinde? Sie ist, bis auf wenige Ausnahmen, eine dirigierte Form des Ausdrucks. Insbesondere in der Photographie von Modellen, welche Anweisungen erhalten um sich auf die eine oder andere Art zu verhalten. Das erinnert mich an einen Maler, der seinen Pinsel über eine Leinwand fährt und Farbe aufträgt. Die Farbe steht symbolisch für das Modell, der Pinsel für eine Steuerung der Ereignisse und der Maler? Der Maler, das sollte sich selbst erschließen, welche Rolle er in diesem gesteuerten Akt sich einverleibt. Selbstredend kann es auch beim Malen Abweichungen geben, die ungeplant waren. Jene jedoch halten sich zumeist auf ein nötiges Minimum beschränkt. Fehler sind vielleicht? auch ungern gesehen.

Stehe dort. Mache dies. Tue das. Nein. Ja. So stehen bleiben!

Viel zu viele Faktoren, meiner bescheidenen Einschätzung nach, auf die ich einen Einfluss nehmen kann. Auf meine Umwelt und somit das Wetter, die Landschaft, die Farbe der Landschaft, das Licht der Sonne und viele andere, bildtragende Elemente habe ich wiederum nur wenig bis keinen Einfluss. Das macht es, denke ich, spannender als Malen-nach-Zahlen. Stellvertretend für Trends.  Der geneigte Leser mag nun einwenden: “Unerhört! Auch die Landschaftsphotographie ist solchen ‘Trends” unterworfen!” Ja, das ist richtig im Sinne der Anklage. Jedoch möchte ich Einspruch erheben und verkünden, das auf seinem natürlichen Werdegang ein Bild einer Landschaft nur mit ihren vorhandenen Ressourcen und selbst unter Herbeiführung künstlicher Ressourcen wie fremdes Licht, sich ein Bild nie genau reproduzieren lässt. Sei es ein fehlender Baum, der Mangel an Blätter oder Gegenteil dessen. Ich zumindest sehe, blind wie ich bin, ein vielfaches an Variabilität und unbeeinflussbare Veränderungen außerhalb von menschgeschaffenen Orten und ihrer Wesenheiten.

Ein anderer, für mich bitterer Aspekt der Peoplephotographie ist jener, das der Mensch sich stets selbst zu inszenieren versteht und der Versuchung anheim fällt. Nur ein paar wenige Ausnahmen sind davor gefeit und wissen, das unsere großartige Galerie vor der Haustür mehr als nur Selbstinszenierung bieten mag. Der Krux an der Sache ist, meine Argumentation – insbesondere diese Abschließende – kann auch als Inszenierung gewertet werden.

Sei dies so. Stempel drauf.

– Kevin

p. s. Oder ist es ein Krieg gegen die Selbstinszenierung?

Trend der Woche: “What’s in my bag?”

Moin!

Ich hatte vor einiger Zeit in meinem Beitrag “Epoche der Tutorials” (*1) über die verwunderliche Natur einiger YouTube-Kanäle berichtet, die ihre Kreativität vermutlich darin verortet sehen, das aufzugreifen, was bereits existiert. Nun scheint es, zumindest den “Empfehlungen” und “Neuen Uploads” nach zu urteilen, ein neuer Trend zu sein, im noch recht jungen Jahr 2018 über seine Tascheninhalte zu berichten.

Teilweise mit Nennung: Es würde ‘das Kreative’ fördern.

Zugegeben, ich hatte keine kreative Förderung mitbekommen, wenn in jenen Videos einiger Protagonisten über Technik und Technik-Allein berichteten. Natürlich durften entsprechende Affiliate-Links nicht fehlen!

Achtung! Sturzgefahr!

Ist die Kreativität darin zu finden, mit möglichen Kleckerbeträgen für Kleinkram in der Tasche, die eigene Geldkatze in die Magersucht zu treiben? Weiterlesen

“Natürliche” (Un)Ordnung

Was für ein Titel!

Ich bin heute auf einem Artikel auf der Website der Tagesschau(*1) gestoßen, in welchem es um die Frage geht: Wie umgehen mit Wölfe die sich langsam wieder in der Bundesrepublik heimisch fühlen? Der Artikel an sich ist relativ nüchtern und stellt alle Positionen dar, die es in der politischen Debatte gerade zu geben scheint. Soweit alles in Ordnung.

Ganz anders der Bereich der Kommentare. Ob mich das überrascht? Natürlich nicht. Doch mindestens verwunderlich mag das ungetrübte Auge etwas in der Debatte erkennen!

Es ist betrüblich zu lesen, das einige Benutzer im Kommentarbereich, glücklicherweise nicht alle, es scheinbar nicht verstehen und/oder nicht verstehen wollen: Straßen waren nicht von Anbeginn der Zeit vorhanden, ebenso wenig Autos, Zäune und Schäfer. Diese wunderschöne, schwarz oder graue Verzierung der Landschaft haben wir hervorgebracht und somit, rein ursprünglich, zu erst in die Natur eingegriffen.

Erstaunlich ist nun aber, wenn im Kommentarbereich davon gesprochen wird, der Wolf muss verschwinden, da er ein Ungleichgewicht, wirtschaftliche Schäden oder werweißsonstnochwas hervorzubringen vermag. So zumindest in der Theorie. Im Endeffekt ist es wie mit Jägern. Sie sorgen dafür, das der Wildbestand und alles Drumherum irgendwo im Gleichgewicht bleibt – in der Theorie und einem IST-Zustand nach richtig. Jetzt müssten wir uns jedoch die Frage stellen und gefallen lassen: Wer hat im ersten Moment für dieses Ungleichgewicht gesorgt?

Ein Spiegel liefert möglicherweise Antworten. Ursachenforschung sieht jedenfalls anders aus, oder?

– Kevin

(*1) Ein *Klick mich* für die Tagesschau.

Gedankenfieber #1 – Die Sättigung und Kunst

Der Begriff ‘Kunst’ und insbesondere die herrliche, oft gestellte Frage: “Was ist Kunst?” hatte mich auch heute wieder beim stöbern im Netz begleitet.

Mitnichten könnte ich je behaupten, was ich tue, würde diesen gewaltigen Aspekt der Kultur in Form von Kunst als Lichtmalerei auch nur im Ansatz gerecht werden. Erfüllt es das bei kritischer Betrachtung überhaupt einem selbst? Umso erstaunlicher aus der eigenen kleinen Perspektive, wie andere ihre Werke als Kunst sehen und als selbige betiteln. Das macht es spannend und beständig zum Kern vieler Gespräche. Mehr noch verschiedenster Formen vom Austausch. Oft eines hitzigen Austausches!

Doch eins habe ich beim stöbern heute gelernt:

Kunst. Kunst vermag auch jener Aspekt einer symmetrischen Bildgestaltung zu sein, dessen Hauptbestandteil sich in einem stark erhöhter Sättigungsgrad auf einer exquisiten Webadresse ruhmreich verankert erblickt. Doch das ist nicht meine Kunst und Künstler noch weniger.

Unglaublich! Sind wir überhaupt Künstler?

Rollenspiel und die fehlende Trennung – Erster Akt

Wie? Ein großer Mann? Ich sehe immer nur den Schauspieler seines eigenen Ideals.
– Friedrich Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse (1886)

Vor Jahren hörte ich davon, dass das Rollenspiel wie man es aus virtueller Runde in verschiedenen Titeln kennt, mitunter eine heruntergebrochene Reflexion der eigenen Absichten ist. Ein Schauspiel, das den Schauspieler selbst darstellt und weniger seinen Charakter. Ich frage mich, sollte es nicht in erster Instanz um den Charakter selbst gehen? Eine Möglichkeit vielleicht sogar selbstkritisch mit sich ins Gericht zu gehen? Weiterlesen