[Philo] Doch “nur” ein Tier?

Musik, Malerei und Sport – Spiel und Imponieren
Sprache, Denken und Selbstreflexion – Planung
Forschen und Bauen – Werkzeuge
Konflikt und Ausgrenzung – Beute

Der geneigte Leser mag sich nun fragen, was diese fast schon wahllose Aneinanderreihung von Wörtern bezwecken mag. Die Antwort dazu vermag ich selbst nicht so richtig geben zu können. Es ist ein Gedanke, eine Verkettung die mich seit Wochen nun beschäftigt. Hintergrund ist die Lektüre philosophischer Texte und wissenschaftlicher Arbeiten durch die Universität und die oft betonte, meist gemeinte, selten unterdrückte Umschreibung der Überlegenheit des Menschen gegenüber der Tierwelt. Weil wir ‘denken’ können wir dies oder das. Weil wir denken, sind wir. Diese Reihe “überragend wirkender “menschlicher” Eigenschaften ließe sich nahezu endlos fortsetzen.

Worauf ich am Ende hinaus möchte ist jedoch die Frage, ob all diese Eigenschaften nicht am Ende doch nur eine, überwiegend von uns selbst wunderbar ausgestaltete, rein tierische Eigenheiten sind? Wir Forschen um ‘anderen’ überlegen zu sein (Tiere die Werkzeuge herstellen), wir reflektieren, sprechen und denken (Planungsaspekt auf der Suche nach Erfolg, wie es auch Tiere tun), wir sind künstlerisch tätig (Aspekt des Imponierens auf der Suche nach einen Partner wie es auch in der Tierwelt vorkommt) und wir tragen seit ‘Menschengedenken’ Konflikte aus (Überlegenheitsaspekt, Erfolg und Beute/Jagd).

Ich bin mir nicht sicher, ob man mir bis an dieser Stelle gedanklich soweit folgen konnte, doch versuche ich herauszufinden, ob es überhaupt eine Trennlinie gibt? Sie wird zumindest oft gezogen und andere würden sicherlich bestätigen, dass es diese Trennlinie Mensch/Tier gibt. Zur Begründung ließe sich mein hier verfasster Text heranziehen, da ich ja diese “Frage” stelle. Natürlich! Andererseits könnte es etwas tief verwurzeltes sein, das mich antreibt, wie gewisse Aspekte und Handlungen unsere tierischen Bewohner auch antreibt. Solch ein Text könnte ebenso in eine Kategorie fallen, die besagen würde, er sei nur des “Imponierens wegen” verfasst. Anerkennung innerhalb der “Gruppe” des Tieres “Mensch” der sich durch sein Tun allein versucht, von der restlichen Tierwelt abzuheben. Allein die lat. Bedeutung von “homo sapiens” macht dies deutlich. Im Endeffekt ließe sich doch auch feststellen, dass das nur deshalb passiert, weil sich das Tier Mensch als das “Stärkere” sieht? Andere Tiere machen in ihrer Umwelt auch durch Lautäußerung oder andere Formen der Kommunikation deutlich, dass sie “hier der Hausherr” sind in einem Gebiet. Nur hat der Mensch diese Art des Herrschaftsanspruchs, zu seinem Glück? viel weitergetrieben?

Somit bleibt die Kernfrage, mit der ich ggf. unseren Dozenten “belästigen” muss: “Können wir mit absoluter Sicherheit sagen: Der Mensch hebt sich von der Tierwelt ab? Ist das Denken, das Forschen, das Entwickeln, die Musik, Kunst, Wort, Schrift nicht nur selbst erschaffene Umschreibungen für etwas, das sich im Endeffekt auch in jedem Tier wiederfinden ließe? Das Imponieren, das Spielen, das Bekämpfen und was es nicht alles gibt? Nur weil ich einer “Sache” eine andere Bezeichnung gebe, muss sie nicht zwangsläufig auch “anders” sein. Nur weil ich philosophisch oder künstlerisch “Denke” muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass das nicht im Endeffekt der Urinstinkt des Imponierens für eine Partnersuche oder Anerkennung innerhalb der Gruppe dient?”

Ich sehe diese absolute Sicherheit nicht. Insbesondere deshalb nicht, weil wir sie im Falle des Falles ja selbst erschaffen haben. Welchen Wert hat etwas, das wir erschaffen haben und nicht von “extern” geprüft wurde?

– Kevin