Trend der Woche: “What’s in my bag?”

Moin!

Ich hatte vor einiger Zeit in meinem Beitrag “Epoche der Tutorials” (*1) über die verwunderliche Natur einiger YouTube-Kanäle berichtet, die ihre Kreativität vermutlich darin verortet sehen, das aufzugreifen, was bereits existiert. Nun scheint es, zumindest den “Empfehlungen” und “Neuen Uploads” nach zu urteilen, ein neuer Trend zu sein, im noch recht jungen Jahr 2018 über seine Tascheninhalte zu berichten.

Teilweise mit Nennung: Es würde ‘das Kreative’ fördern.

Zugegeben, ich hatte keine kreative Förderung mitbekommen, wenn in jenen Videos einiger Protagonisten über Technik und Technik-Allein berichteten. Natürlich durften entsprechende Affiliate-Links nicht fehlen!

Achtung! Sturzgefahr!

Ist die Kreativität darin zu finden, mit möglichen Kleckerbeträgen für Kleinkram in der Tasche, die eigene Geldkatze in die Magersucht zu treiben? Oder geht es mal wieder um Ruhm , Erfolg und Geld? Oder auf YouTube-Deutsch: Abos, Abos und noch mehr Abos. Natürlich ließe sich auf einer gewissen Ebene die Aussage einführen: Wenn der Kreative, der YouTuber, seine “Empfehlungen” ausspricht im Video und etwas dazuverdient, selbstverständlich durch Zusatzeinnahmen wieder etwas kaufen könnte, das ihm und seiner Kreativität weiterhelfen mag. Das ließe sich auch auf diejenigen übertragen, die das Video schauen und selbst zum Einkauf verleitet werden. Ich denke jedoch, es hört an der Stelle auf, wenn deren Zeit dafür genutzt wird, sich

a) stets über Technik und Einkäufe zu informieren
b) Einkäufe zu tätigen
c) nach einem Einkauf festzustellen, das es (der Hersteller sei es gedankt!) schon wieder veraltet ist und abschließend
d) mit einem neuen Produkt, egal welcher Größe und Preisklasse, “du noch viel besser wirst!”.

Immerhin sagen dir das auch tausend YouTuber und ihre Affiliate-Links, das du viel besser wirst, wenn du nur dieses Produkt dabei hättest. “Es ist nur wenige Klicks entfernt! Los, trau dich.” mag eine innere Stimme manches mal flüstern.

Ist dass das Kreative? Oder ein Perpetuum mobile der Industrie in dessen Kreuzfahrtschiff wir alle irgendwie als Gäste (und nur als solche!) geladen sind? Ich hatte mich gewiss selbst die Tage wieder bei jener eklatanten Techniksuche erwischt, da meine Ausrüstung aktuell nicht dazu fähig ist, hochauflösende Videos bereitzustellen. Gleichzeitig aber verfolgt mich die Erinnerung, das ich meine Technik bisher grundsätzlich bis zum Exitus genutzt habe. Was sich durch Pflege und Sauberkeit durchaus weit hinauszögern lässt, jener Exitus.

Zusätzlich sei noch erwähnt, das ich durch das Studium und einer Arbeit zum “Neuen Geist des Kapitalismus” eventuell hellhöriger bin als sonst schon.

Grüße wünscht euch
Kevin.

(*1) Link zu: Epoche der Tutorials

2 Antworten auf „Trend der Woche: “What’s in my bag?”“

  1. Heyho!

    Ohne jetzt auf YouTube nachgeschaut zu haben: Ja, das ist mir auch schon aufgefallen, dass es viel zu viele Produktempfehlungen gibt und dass für Fotografen “immer nur das eine Gadget” fehlt, um ultimativen Fotospaß zu haben… oder dass dem Fotografen das zumindest oft suggeriert wird.

    Aus eigener Erfahrung: Nicht gleich jeden Scheiß kaufen, sondern mit dem Vorhandenen Equipment Fotos machen, das kann auch sehr schön und erfüllend sein.

    Viele Grüße,
    Thomas

    1. Ja, dem kann ich nur zustimmen. Sache ist wohl auch, das nicht mal alle irgendwie von irgendwelchen Firmen für ihre Empfehlungen Geld bekommen (die ganz kleinen wohl nicht denke ich), jedoch diese Neuerwerbsmaschinerie stets mit am laufen halten. Meistens stößt der Nutzer eher an seine eigenen Grenzen, die aber überwindbar sind, bevor er die technischen Grenzen erreicht.
      LG Kevin.

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