Künstliche Beschränkung durch analoge Photographie?

Der Trend zur analogen Photographie scheint immer stärker zu wachsen und wird an vielen Stellen unmittelbar aufgegriffen. Sei es in Zeitungen wie der „Photonews“ oder in verlinkten Beiträgen im Onlineportal „Heise-Foto“ (*1). Wenn ich mir die Beiträge anschaue, wird oft von Entschleunigung gesprochen. Sie soll – selbstverständlich – auch durch folgende Eigenheit entstehen: Der transportierte Film begrenzt die Zahl der Auslösung, im Vergleich zu heutigen Speicherkarten, rapide und der Photograph *muss* bewusster an seine Arbeit herangehen. Ein Löschen ist auch nicht einfach möglich vom Film.

Mir kam nun folgendes Gedankenexperiment: Ich nehme meine Kamera, die Bilder in der Größe von 22 – 30 MB produziert und kram in meinen alten Speicherkartenkisten nach 128 MB, 256 MB oder 512 MB SD-Karten herum. Schwupp! Habe ich auch nur eine sehr, sehr eingeschränkte Möglichkeit, Bilder abzuspeichern und muss nur noch die Selbstdisziplin aufbringen, kein Bild „zu löschen“ sondern damit zu leben: Karte (Film) voll!

Anderseits kann ich dann auch die Disziplin und Verlangsamung aufbringen, selbst bei einer 64 GB SD-Karte nur mit sehr wenigen Bildern in die heimischen vier Wände einzukehren. Wenn ich mich dem Akt der bewussten Bildgestaltung völlig hingebe, brauche ich eventuell auch keine „künstliche“ Beschränkung die mich dazu zwingt.

Ein verzwicktes Thema! Doch freut es mich, dass sich die analoge Photographie in einer Wiedergeburt befindet.

Liebe Grüße wünscht
Kevin.

(*1) Link zu c’t Foto: *klick hier, genau hier!*