Zoom und Prime, Alt und Modern

Liebe Leute!

Ich habe heute kurzfristig ein sehr altes Teleobjektiv spontan gegen ein im Vergleich dazu modernes Zoom antreten lassen das am oberen Ende die gleiche Blende besitzt. Anfangs dachte ich, da beide aus heutiger Sicht schon alt sind, das ein Prime-Objektiv mit 4 Linsen im System gegen ein Zoom mit 14 Linsen im System und zu der Zeit moderneren Herstellungsverfahren keine Chance haben wird.

Tja, falsch gedacht. Das einfache Teleobjektiv mit nur 4 Linsen produziert zwar fiese CAs bei Offenblende, bleibt jedoch “scharf”. Das Zoom am gleichen Ende seitens Brennweite ist etwas weniger “scharf”, dafür bis in die Ecken gleichmäßig. Das 4 Linser verliert in den Ecken mehr.

Nun habe ich somit zwei Objektive die ganz speziell mal hier, mal dort Punkten. Auf Reise kommt jedoch die Primelinse, da ich CAs gut korrigieren kann und es im Zentrum mehr als genug leistet und die Ecken jetzt nicht derart wichtig sind für meine Bilder.

Jetzt fragt man sich vermutlich die ganze Zeit, um welche Objektive es sich handelt. Nun, da ich Werbung und Herstellererwähnungen doof finde, bleibt das vorerst aus.

Festzuhalten ist: Etwas das tendenziell sehr alt ist, muss gegen etwas modernes nicht unbedingt verlieren. Es lohnt sich stets zu gegen und die eigenen Prioritäten zu sortieren.

Liebe Grüße

Kevin.

Über die kleine Notwendigkeit des Gesprächs

Es ist immer wieder erstaunlich, welche Gedanken in einer illustren Runde am Tisch bei guten Wetter und einem gemeinsamen Umtrunk entstehen können. Manchmal sind es sehr ausführliche, sehr tiefe Gespräche die dann geführt werden zur Leidenschaft Photographie oder es sind ganz einfache Ein-Satz-Antworten die eine Lösung für etwas darstellen.

So geschehen als ich über meine Wildlifephotographieversuche sprach und erklärte, dass das natürlich gut und gerne Stunden dauert, bis sich die Tierwelt an einer Lokation wieder beruhigt hat um dann selbst Bilder selbiger zu erstellen. Da kam dann die Antwort, doch das Smartphone als Fernauslöser zu nutzen, wenn die eigene Kamera diese Funktion doch unterstützt und sich selbst ins Dickicht zu begeben oder zu verstecken.

Ja! Das ist natürlich möglich und irgendwie hatte ich an diese einfache Möglichkeit nicht gedacht. Es gibt nur ein Problemchen:

Bei der Nutzung der Fernauslösung entsteht auf der SD-Karte kein RAW-Bild, sondern ein vollaufgelöstes JPEG. Doch eine Lösung scheint greifbar nahe zu sein, wenn ich mich durch das Netz angele und es scheinbar nur eine “Einstellungssache” ist, da die App die Grundeinstellungen der Kamera schlicht überschreibt und es somit ein zweites Profil braucht. 

Ach und noch etwas neues habe ich erfahren. Sie heißen “Smombies”. Diejenigen, die unsere Welt immer mehr bevölkern.

Verkauf der Leidenschaft?

Immer wieder beschäftigt mich die Frage, ob einige YouTuber aus dem Bereich der Photographie auf ihrem jeweiligen Kanal noch der Leidenschaft der Photographie nachgehen oder sich bereits derart kommerzialisiert haben, dass sie für diese ursprüngliche Leidenschaft leider keinerlei Raum mehr besitzen.

Schon länger plane ich ein Video in welchem ich einige bekannte wie auch unbekannte Kanäle untersuche und wie sich die Art ihrer Videos gestaltet. Vom Thumbnail und Titel bis hin zur Videobeschreibung und lose Sprünge in der Videotimeline. Dabei zeigt sich relativ rasch, dass die kleineren Kanäle noch mit einer Form von Originalität aufwarten können. Produkte sind nebensächlich und es geht um die Photographie allein. Mit steigender Zahl an Abonnenten steigt auch die Zahl der Produktvideos. Es beschränkt sich jedoch nicht nur auf Produktvideos, sondern auch auf immer wiederkehrende Schemata oder der geneigte Zuschauer wird in eine Art “Dauermotivationsschleife” gesetzt. Dabei helfen dann Videos die, wie hunderte zuvor, *wieder* erklären, warum:

  • die ersten 10.000 Bilder Mist waren
  • Pausen wichtig sind
  • Dranbleiben wichtig ist
  • Ausrüstung nicht wichtig ist
  • Ausrüstung dann doch wieder wichtig ist
  • 5 Tipps für bessere Bilder
  • 7 Tipps für KRASSE MEGA Bilder
  • 10 Tipps für ULTRA MORDSGEILE Schwarz-Weiß-Bilder
  • und viele, viele Motivationspillen mehr.

Dazu gesellen sich dann die nächste Kategorie an Videos, die ich zusammenfassend als “Bedienungsschleife” betiteln mag. Dabei handelt es sich um Videos, die bereits auf hunderttausend Kanälen zuvor schon erklärt hatten, was eine Blende oder was die Verschlusszeit ist etc. pp. Sprich alles das, was auch im Handbuch der jeweiligen Ausrüstung vermerkt sein sollte. Diese Videos und die zuvor genannten Motivationspillen helfen in erster Linie dem Verkäufer oder in diesem Sinne, dem YouTuber und erst an dritter Stelle kommt der geblendete Zuschauer der sich mal mehr, mal weniger etwas aus einem Video für sich herleiten und umsetzen konnte. Was an zweiter Stelle kam? In vollster Selbstverständlichkeit der Werbetreibende.

Im Endeffekt ist das alles was dort passiert schlicht Werbung. In erster Linie Werbung für den jeweiligen Kanal und an zweiter Stelle Werbung für die Produkthersteller oder Dienstleistungsbetriebe der Branche Photographie. Der zumeist jugendlich, lockere Stil fängt Zuschauer ein und weckt Erwartungen und Wünsche – was auch das Ziel von Werbung ist. Wünsche wecken nach vollem Haar oder DAS Photo. Auf diesem Wege ist genug Publikum für jede erdenkliche Sparte vorhanden und Hersteller / Dienstleister können munter sich mithilfe der sogenannten Influencer unter das Volk mischen.

Jetzt wo viele aufgrund diverser Schritte der Landesmedienanstalten ihre Videos mit “Dauerwerbesendung” betiteln, ist das zum einen ein Eingeständnis dessen, was es so oder so lange Zeit war. Das Problem ist an dieser Stelle nur, es wird noch undurchsichtiger für die Zuschauer. Oder schlimmer noch, es tritt eine Entwicklung ein, die ich noch bedenklicher finde und in Kommentaren sinngemäß mit: “Der möchte natürlich auch was verdienen. Mich stört die Werbung nicht oder die Produktplatzierung.”

Das lässt sich nicht bestreiten und über das Thema Kapitalismus und dessen Zusammenhänge mag ich mich an anderer Stelle auslassen. Hier jedoch sollte der Kommentator, welcher solche Zeilen verfasst, bitte bedenken, dass das Wecken von Wünschen und Sehnsüchten ein billiger Trick ist der hauptsächlich *nicht* dem Käufer hilft, sondern seinem Gegenüber. Selbiger hat erst durch seine “Masche” für jenen Kauf gesorgt. Es muss nicht sofort passieren, es kann auch sehr wohl sein, das über lange Zeit durch Photomagazine, Empfehlungen oder andere Werbemaßnahmen der zukünftige Käufer bereits “angefixt” wurde und ein Video eines Influencers letztlich nur noch den letzten Stoß verpasst, der zum Kauf bewegt. Damit möchte ich “Hatte eh schon überlegt…”-Aussagen bereits den Wind aus ihren Segeln nehmen.

Natürlich “Hattest du eh schon überlegt…” doch verfolge jenen Gedanken komplett zurück, sofern überhaupt möglich bei diverser subjektiver Beeinflussung und frage dich: “Dein Gedanke oder durch Fremdeinwirkung eingeflößt?”

Doch genug der Worte, es ist ein Bild des Bedauerns was sich in der Welt abzeichnet und ich wünsche mir mehr Aufklärung.

Kevin

Ich dachte immer…

…Libellen gäbe es nur in Nähe von Wasserplätzen zu finden? Scheinbar lag ich falsch und habe diesen Zeitgenossen in der Nähe einer Waldhütte entdeckt. Oder hatte mich die Libelle schon weit vorher entdeckt?

Ungewöhnlich im Wald. Zumindest für mein Verständnis bisher.